Das Unternehmen

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Als Teil der starken JUNIOR Firmengruppe haben wir uns seit Anfang der 70-er Jahre auf die Produktion und den Vertrieb von hochwertigen, marktführenden Gerüstsystemen spezialisiert.

 

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Kreishaus in Siegen erfordern außergewöhnliche Gerüstbaulösungen

Gebäudetechnische Mängel, die zu einem extremen Energieverbrauch und einer hohen Störanfälligkeit bei allen gebäudetechnischen Einrichtungen geführt haben, waren die Gründe für die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des Kreishauses Siegen. Gebäudetechnisch ist das Kreishaus auf dem Stand der frühen siebziger Jahre, wie aus der regionalen Presse zu entnehmen ist. Brüchige Rohrleitungen und erhebliche Brandschutzmängel sind nur einige der Mängel, die eine Sanierung notwendig machten. Das Gebäude besteht aus zwei Abschnitten, der Seitenflügel stammt aus dem Jahr 1953, der Anbau wurde 1969 errichtet.

Zur Durchführung der umfangreichen Sanierungsarbeiten wurden die beiden über 60 Meter hohen und bis zu 50 Meter breiten Gebäudeteile komplett eingerüstet. Den Auftrag für die Gerüstbauarbeiten erhielt die Afflerbach Gerüstbau GmbH & Co. KG aus Kreuztal-Buschhütten von dem mit der Durchführung der Sanierung beauftragten Generalunternehmer, der Köster AG. Die Firma Afflerbach verfügt über mehr als 40 Jahre Know-how im Gerüstbau und arbeitet seit Bestehen des Unternehmens mit der MJ-Gerüst GmbH aus Plettenberg zusammen. Die Afflerbach Gerüstbau GmbH & Co. KG verfügt über einen Gerüstbestand von 150.000 qm Rahmengerüsten zuzüglich Modulgerüsten und beschäftigt 30 Personen. Beim Kreishaus in Siegen wurden ca. 11.500 qm MJ UNI 70 sowie ein MJ-kompatibles Gerüstsystem eingesetzt. Darüber hinaus 2.400 Meter innen liegender Rückenschutz, 1.500 Meter Alu-Beläge, 72 Meter Schwerlastgitterträger und über eine Länge von 26,50 Meter Durchgangsrahmen zum Aufbau eines Fußgängertunnels. Bei den Alu-Belägen handelte es sich um Alu-Rahmentafeln der Lastklasse 4. Diese wurden ausschließlich von der MJ-Gerüst GmbH geliefert und haben den enormen Vorteil, dass sie sehr leicht zu verarbeiten sind.

Besondere Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit den Gerüstbauarbeiten gelöst werden mussten, traten bei zwei Gebäude-Auskragungen auf. Diese befinden sich zum einen in 40 Meter Höhe am Seitenflügel des Gebäudes mit einer aufbauenden Gerüstkonstruktion von 20 Metern, zum anderen an der Straßenseite über eine Kraghöhe von 45 Metern. Beide Auskragungen werden mittels einer Schwerlastgitterträgerbrücke und einer Rohr-Kupplungskonstruktion gelöst, auf der die Gerüstkonstruktion jeweils aufgebaut wurde. Beim Seitenflügel erstreckt sich die Gitterträgerbrücke über eine Länge von 30 Metern aus dem Gebäude ausgekragt, an der Straßenseite hat sie eine Breite von 16,50 Metern. Die Gitterträger reichen ins Innere und unter die bauliche Auskragung des Gebäudes. Dort sind sie mit Rohren und Kupplungen mit einer Modulgerüstkonstruktion verbunden. So werden durch die Gitterträger hindurch die Lasten der Gitterträgerbrücke in die Modulgerüstkonstruktion abgeleitet bzw. von dieser aufgenommen.

Eine weitere, wesentliche Herausforderung beim Gerüstaufbau bestand in der Verankerung der Gerüstkonstruktion. Weil das Gebäude fast ausschließlich mit eine Fensterfassade verkleidet ist und deshalb ein herkömmliches Verankern der Gerüstkonstruktion nicht möglich war, musste eine Speziallösung gefunden werden, die den bauseitigen Gegebenheiten gerecht wurde. So wurde zwischen den einzelnen Glaselementen hindurch mit 25 cm langen Bohrern eine 5,7 mm starke Bohrung in den hinter der Glasfassade liegenden Alu-Balkongeländerstützen vorgenommen. In diese Bohrungen wurden so genannte selbstfurchende Schrauben mit einem Durchmesser von 6,3 mm eingedreht. Hierbei handelt es sich um GT-Schrauben der Firma EJOT, deren Schraubenkopf aus einem 10 mm Außengewinde besteht. Auf das 10 mm Gewinde der GT-Schrauben wurden Seilringe aufgeschraubt, über die das Gerüst befestigt wird. Dieses Befestigungssystem der Firma EJOT verfügt über eine sehr hohe axiale Auszugskraft in Richtung des Gerüstes, so dass die Gerüstkonstruktion auf diese Art über die komplette Gebäudefassade hinweg verankert werden konnte.

Die verschiedene Statiken, die bei diesen speziellen Anforderungen und Gegebenheiten notwendig sind, wurden vom Ingenieurbüro Klimpel aus Bochum, Ansprechpartner Dipl.-Ing. Michael Klimpel, erstellt. Klimpel ist Mitglied im Fachausschuss Technik der Bundesinnung Gerüstbau und auf spezielle Anforderungen im Gerüstbau spezialisiert. Ebenso wurde von Henning Afflerbach eine Gefährdungsanalyse für die Gerüstbauarbeiten am Kreishaus in Siegen erstellt. Projektleiter für den Gerüstbau ist bei diesem Projekt der Geschäftsführende Gesellschafter der Afflerbach Gerüstbau GmbH & Co. KG, Herr Henning Afflerbach.

Die Standzeit des Gerüstes beträgt voraussichtlich 63 Wochen bis Ende 2009. Der ursprüngliche Aufbau wurde von vier Personen in 45 Tagen vorgenommen. Bei den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und den Besonderheiten des Projekts kommt es aber auch während der Bauphase regelmäßig zu Umbauarbeiten. Diese werden vom Projektleiter und Chef der Afflerbau Gerüstbau GmbH & Co. KG, Herrn Henning Afflerbach, geleitet.